Montag, 1. August 2011

BFC Dynamo vs. 1. FC Kaiserlautern 0-3

30. Juli 2011
DFB-Pokal
1. Runde 2011 /2012
Fr.-Ludwig-Jahn Sportpark
Berlin – D
10104 Zuschauer



Auf dem Papier
Bundesligasiebter gegen Oberligasiebter. 46.450.000 € Marktwert gegen No-Name-Truppe. Die Vorzeichen vor dem Kräftemessen im Pokal hätten klarer nicht sein können. In der ersten DFB-Pokalrunde ist der Bundesligist klarer Favorit gegen den 10-fachen DDR-Meister aus Berlin-Hohenschönhausen.

Auf dem Rasen
Zum Geschehen auf den Platz möchte ich nur das Nötigste berichten. Der Bundesligist aus der Pfalz untermauerte seine Favoritenrolle klar und ging vor der Pause durch Iličević und Tiffert mit 2:0 in Führung. Der BFC fand Offensiv über die komplette Spielzeit nicht statt, sodass ich mich an keine ernstzunehmende Chance der Ostberliner erinnern kann, obwohl diese zum Ende der 2. Halbzeit etwas mutiger agierten als zuvor. Der 3:0 Endstand nach 90 Minuten war somit mehr als schmeichelhaft für den ideenlosen Oberligisten, der technisch, taktisch und konditionell nie mit der Elf vom Betzenberg mithalten konnte.

Auf den Rängen
Etwas mehr als 10.000 Besucher fanden sich an einem regnerischen Samstagnachmittag im altehrwürdigen Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark im Stadtteil Prenzlauer Berg ein. Die Anhänger des BFC verteilten sich größtenteils unter der überdachten Gegengerade, während die 2.000 mitgereisten Fans des 1. FCK in der Kurve nah an der Haupttribünen ihren Platz fanden. Ich für meinen Teil befand mich als neutraler Zuschauer auf der Gegengerade direkt am künstlich geschaffenen Pufferblock. Ein Kuriosum waren die komplett verstaubten Sitze auf der Gegengerade, die im normalen Ligabetrieb des Berliner Ex-Regionalligisten Türkiyemspor, nie gebraucht wurden.

Die Lauterer legten einen einwandfreien Support ihres Teams hin. Mit viel Bewegung und Fahneneinsatz präsentierte man sich optisch und akustisch in Erstligaform. Die Fans des BFC Dynamo hatten dem nur wenig entgegen zu bieten. Die vereinzelten Gesänge der Ostberliner drangen dann jedoch mit einer gewaltigen Lautstärke zum Spielfeld, leider viel zu selten und eintönig. Optisch wurde mit Spielbeginn eine Blockfahne von einer Seite der Gegengerade zur anderen gereicht, was ein schön anzusehendes Bild ergab. Insgesamt gesehen war die Unterstützung beider Fangruppen in der ersten Halbzeit deutlich besser als im zweiten Durchgang, wo sogar die Gesänge der Gäste nicht mehr die Durchschlagskraft wie am Anfang zeigten.

In der zweiten Halbzeit begannen die Anhänger des DDR-Rekordmeisters ihr allzu häufig propagiertes Gesicht zu zeigen. In der 60. Minute flog der erste Böller auf einen Fotografen auf der Laufbahn. Wenige Minuten später folgte eine große Rauchwand im BFC-Block sowie mehrere Feuerwerkskörper die ihren Weg auf die Laufbahn fanden. Die Ordner waren schon mit der Bekämpfung der Pyrotechnik komplett überfordert, da lediglich ein dutzend Ordner die gesamte Gegengerade überwachten und diese auf Grund ihrer unter der Uniform hervorblitzenden weinroten Kleidung wohl selbst zu großen Teilen der BFC-Fangemeinde zuzuordnen sind. Den Weisungen des Stadionsprechers in Bezug auf die Reputation des Vereins antworteten die BFC-Fans mit einem selbstironischen: „Der Ruf, der Ruf, der Ruf ist im Eimer!“ Da ich das Stadion mit dem Schlusspfiff verließ und nur noch die taschentuchwedelnden Pfälzer sah, verweise ich für die Aktionen nach Abpfiff auf fundierte Presseberichte (z.B. 11 Freunde). Festzuhalten bleibt, dass sich sowohl der BFC als auch der eingesetzte Ordnerdienst mit den Vorfällen rund um das Spiel nicht mit Ruhm bekleckert haben.

Sonntag, 31. Juli 2011

RB Leipzig vs. VfL Wolfsburg 3-2

29. Juli 2011
DFB-Pokal
1. Runde 2011 /2012
Red Bull Arena
Leipzig - D
31212 Zuschauer


Auf dem Papier
Zu seinem ersten DFB-Pokalspiel in seiner noch jungen Geschichte begrüßt der ambitionierte Regionalligist RB Leipzig den Bundesligisten und Deutschen Meister 2009 VfL Wolfsburg in der Leipziger WM-Arena. Der Regionalliga Vierte des Vorjahres spielte in der abgelaufenen Saison zwei Mal gegen die Reserve der Niedersachsen und unterlag beide Male knapp mit 0:1 und landete auch in der Abschlusstabelle hinter Wolfsburgs Reserve (2. Platz). Die Bundesligaprofis des VfL entgangen in der letzten Saison knapp dem Abstieg. Die Ergebnisse der Wölfe in der Vorbereitung sind wenig aufschlussreich. Während die Magath Elf gegen einen slowenischen und einen dänischen Erstligisten verlor, schickte man den Ligakonkurrenten HSV mit 5:1 nach Hause und rang dem spanischen Top-Team Villareal ein Unentschieden ab. Für den VfL gibt es keine Ausreden, das Team von Felix Magath ist gegen die Brausekicker aus Sachsen klaren Favorit.

Auf dem Rasen
In den ersten Minuten fand Wolfsburg nicht statt. Wüsste man es nicht besser, hätte man denken können, die in weiß spielenden Sachsen sind der Bundesligist. So war es RB-Kapitän Daniel Frahn, ehemals Babelsberg, der die Abwehr um Nationalspieler und VfL-Kapitän Schäfer in ein wahres Chaos stürzte. Ochs, Schäfer, Russ und Kjaer ließen ihren Schlussmann Benaglio fahrlässig im Stich, sodass Frahn eine starke RB-Viertelstunde zum 1:0 und 2:0 nutzte. In den ersten 20 Minute war die 2:0 Führung der Brausekicker sogar mehr als schmeichelhaft für den Bundesligist. Erst langsam lief der Wolfsburger Motor warm und Tormann Borel musste zwei Mal auf Leipziger Seite retten, ehe die Neuzugänge Lakić und Salihamidžić mit einem Doppelschlag (25. und 28.) den Favoriten vorerst erlösten. Anders als viele nun erwartete,n brachen die Leipziger nicht ein und gestalteten die Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit neutral. So war es abermals Frahn der mit dem Pausenpfiff und einem Kopfball gegen die Laufrichtung des Schlussmannes die Leipziger mit 3:2 in Führung brachte und den „psychologisch wichtigen Zeitpunkt“ regelrecht erzwang.

Die zweite Halbzeit hätte für RB nicht besser laufen können. Der VfL bemühte sich, angepeitscht vom wütenden Chefcoach Magath, fand jedoch keinerlei Mittel. Nur selten wurden die Profis gefährlich, während sich die Gastgeber immer wieder aufs Kontern besonnten. Auf Leipziger Seite wurden die Konter jedoch schlampig zu Ende gespielt, was jedoch nicht weiter störte, da sich die Wölfe in der Offensivbewegung trotz defensiv recht offen agierenden Gegnern mehr als schwer taten. Somit blieb es beim 3:2 aus der Pacult-Elf und der ersten faustdicken Sensation der neuen Pokalsaison.

Auf den Rängen
Mir fällt es schwer objektiv über das Fanverhalten von zwei Retortenvereinen (Pest vs. Cholera) zu berichten. Festzuhalten bleibt, dass mehr als 30.000 Zuschauer RB Leipzig in der WM- Arena sehen wollten. Die Stimmung war jedoch eher familiär und viele der Fans sahen RB mit Sicherheit zum ersten Mal. Die ausgehungerte Leipziger Fußballseele bekam von Brausemann Mateschitz ihr Futter, so traurig es für den Fußballromantiker in Zeiten der Kommerzialisierung ist. Eine lustige Anekdote ergab sich jedoch vor dem Anpfiff, als der Stadionsprecher die Fans in der „Kurve“ interviewte und einen Lautstärkentest mit jenen Fans machte. Lustigerweise waren die RB-Fans so leise, weshalb der Stadion-DJ einfach die Regler nach oben schob um für künstliche Atmosphäre zu sorgen.

Aus der VW-Stadt machten sich ca. 1000 VW-Mitarbeiter auf den Weg nach Sachsen und präsentierten neben dem üblich mauen Support zumindest eine kleine Choreo mit dem Vereinswappen.

FC Twente Enschede vs. FC Vaslui

26. Juli 2011
Champions League
Quali 3. Runde 2011 /2012
GelreDome
Arnheim – NL
12800 Zuschauer


Auf dem Papier
In der 3. Qualifikationsrunde der Champions-League Saison 2011/2012 treffen der niederländische Vizemeister und Pokalsieger, FC Twente Enschede, sowie der Dritte der rumänischen Liga, FC Vaslui, aus Rumänien aufeinander. Der rumänische Gast übernahm hierbei den CL-Quali Platz des Tabellenzweiten des Vorjahres, FC Timişoara, der auf Grund von finanziellen Problemen den Gang in die Zweitklassigkeit antrat. Den Start der rumänischen Erstligasaison vergeigte Vaslui komplett und verlor das Auswärtsspiel bei Rapid Bukarest mit 0:3. In der Europapokalsaison 2010/2011 schieden die Rumänen frühzeitig in den Playoffs zur Europa League bei Lille OSC aus. Die Favoritenrolle liegt somit eindeutig bei den Tukkers aus Enschede. Nachdem man in der Gruppenphase der Champions League als Dritter ausschied konnte man in der Europa League Zenit St. Petersburg sowie Rubin Kasan ausschalten, bevor man gegen Villareal im Viertelfinale klar unterlag.

Auf dem Rasen
Überraschenderweise fand der Gast aus Rumänien etwas besser ins Spiel als der niederländische Favorit. Während der FC Twente sich vor allem im Pass- und Aufbauspiel schwer tat, hatte der FC Vaslui die erste Chance durch einen Freistoß an der Strafraumkante, der gegen die Latte knallte. Twente fand nun etwas besser ins Spiel und konnte einige Akzente setzen, die in der 34. Minute mit einem Foulelfmeter belohnt wurden. Dass der Elfmeterpfiff des kroatischen Referees etwas umstritten war, störte Twente-Stürmer Janko wenig, sodass er zum 1:0 für die Tukker traf. Doch auch nach dem Führungstreffer konnte Twente keine Überlegenheit schaffen, wodurch die Gastgeber, bei einem Abseitstor der Rumänen, noch einmal vor der Pause zittern mussten.

In der zweiten Halbzeit zeigten beide Teams wenig, was die Fans von den Sitzen hätte reißen können. Lediglich das kuriose Tor zum 2:0 wusste zu unterhalten. Nach einem Freistoß, der zu einem Kopfball an den kurzen Pfosten führte, war es abermals Ex-Red Bull Salzburg-Stürmer Janko der per Abstauber zur Vorentscheidung traf. Beim Gegentreffer verletzte sich Vaslui-Spieler Gabriel Cânu zudem am Kopf, nachdem er beim Klärungsversuch Pfostenkontakt hatte. Für viel Bewegung im Offensivspiel sorgte dann noch einmal der, für mich zu spät, eingewechselte Twente-Angreifer Ola John, der die Fans mit seinen Dribblings begeisterte. Ein verdienter wenn auch unspektakulärer Sieg der Niederländer, der im Rückspiel bestätigt werden sollte.

Auf den Rängen
Mit dem Arnheimer GelreDome musste der FC Twente in das Stadion des Konkurrenten Vitesse umziehen, da das eigene Stadion nach dem Zusammensturz eines Tribünendaches noch mit Wiederaufbauarbeiten belegt ist. Nichtsdestotrotz fanden sich knapp 13.000 Zuschauer in der südlich von Enschede gelegenen Arnheimer Multifunktionsarena ein. Kurioserweise muss auch der FC Vaslui im Rückspiel in ein naheliegendes Stadion (Ceahlaul, 17500 Plätze) ausweichen, da die eigene Heimstätte lediglich 9000 Zuschauer fasst.

Beide Seiten zeigten einen durchweg soliden Support. Die „Hölle von Enschede“ kam auch in Arnheim einige Male zum Vorschein und wusste akustisch zu begeistern. Unterstütz von vielen befreundeten Schalkern zeigte sich Vak-P in guter Form und feierte vor allem den Doppeltorschützen und Ardriaanse-Schützling Marc Janko. Auch die Rumänen, mit ungefähr zwei Busladungen angereist, zeigten einen super Auftritt. In osteuropäischer Manier Oberkörperfrei präsentierte man sich über die gesamte Spieldauer lautstark und fanatisch. Nach dem Abseitstor der eigenen Mannen in der ersten Halbzeit gab es im rumänischen Block zudem kurz etwas Rauch zu begutachten.

Mittwoch, 27. Juli 2011

FC Basel vs. Neuchâtel Xamax 2-0

24. Juli 2011
AXPO Super League
2. Spieltag 2011 /2012
St. Jakob-Park
Basel - CH
27833 Zuschauer


Auf dem Papier
Für den Gast hätte der Auftakt in die neue Spielzeit nicht bescheidener laufen können. Gegen den sechsten des Vorjahres, den FC Luzern, setzte es für Neuchâtel eine herbe 0:3 Heimniederlage. Der amtierende Titelträger aus Basel musste sich mit einem 1:1 bei den Young Boys aus Bern zufrieden geben und war damit noch gut bedient. Im heimischen St. Jakob-Park sollte die Schweizer Startruppe aus dem Nordwesten jedoch die ersten drei Punkte gegen den, letztjährig nur knapp dem Abstieg entkommenem, Club aus Neuchâtel einfahren. Neben dem Anspruch des Titelverteidigers spricht die Bilanz der letzten Duelle eindeutig für den FCB. Der letzte Sieg von Neuchâtel Xamax gegen den FC Basel datiert vom 30.11.2008 (2:0 Heimsieg), in Basel konnte Neuchâtel nur eins der 17 Duelle gewinnen.

Auf dem Rasen
Schon in der zweiten Minute wurde der Favorit seiner gleichnamigen Rolle im heimischen Stadion gerecht. Die bundesligabekannten Profis Benjamin Huggel (Frankfurt) und Kapitän Marco Streller (Stuttgart) knackten schon mit dem ersten Angriff die Gästeabwehr. Etwas überraschend war es Verteidiger Huggel der die Vorlage von Stürmer Streller per Volleyschuss in bester Torjägermanier einnetzte. Mit etwas Glück hätte der FCB im Anschluss sogar direkt auf 2:0 erhöhen können, doch der Pfosten rettete für Neuchâtel. Die Gäste konnten sich nur bedingt befreien und wurden nur durch drei Weitschüsse während der ersten Halbzeit gefährlich, bevor Neuzugang Kovac mit einem Kopfballtor nach einer Ecke die Druckphase des Außenseiters jäh beendete und den FCB mit 2:0 in Führung brachte.

Nach der Pause gab der FC Basel die 2:0 Führung nicht mehr aus der Hand, ohne jedoch selbst allzu aktiv Richtung Gästetor zu arbeiten. In Erinnerung bleibt hier der Schiedsrichter, der sich an seiner schwachen Leistung mit Sicherheit keinen Bruch gehoben hätte. In gewisser Regelmäßigkeit legte das Gespann klare Situationen falsch aus und ahndete einige gemeingefährliche Aktionen viel zu lasch.

Auf den Rängen
27833 Zuschauer bevölkerten den Basler St. Jakob Park zum ersten Heimspiel der Saison 2011/2012 in der AXPO Super League. Beim Spiel des Meisters gegen den, als eher uninteressant einzustufenden, Gegner aus der französischsprachigen Schweiz präsentierte sich der Spielort der EM 2008 also passabel gefüllt. Lediglich eine Busladung Fans aus Neuenburg begleiteten den Fusionsverein zum Auswärtsspiel beim amtierenden Meister. Auch auf Grund des guten Supports des Gastgebers und einer gefüllten und sich ständig in Bewegung befindender Muttenzerkurve vermochte man die Gäste im Stadion nicht akustisch zu vernehmen.

Die Basler Ultras begrüßten ihre Mannschaft beim Einlaufen mit einer Choreografie in der Muttenzerkurve. Den Oberrang schmückte eine rot-blau umrandete Blockfahne mit Vereinsnamen, Stadt- und Vereinswappen, während im Unterrang eine etwas größere rot-blau gestreifte Blockfahne präsentiert wurde. Der gelungenen Choreo folgte ein kreativer und lauter Auftritt der Fans des amtierenden Meisters, die zudem immer wieder mit Spruchbändern die Übernahme des sportlichen Gegners durch einen tschechischen Investor thematisierten. Neben einem „Investor-Monopoly“ mit aufeinanderfolgenden, an das beliebte Brettspiel angelehnten, Spruchbändern, präsentierte man den Schriftzug „Tradition verpflichtet“, aus dem mit Hilfe eines roten Trikots mit einem Großen „N“ auf der Brust die Botschaft „Tradioton verNichtet“ wurde. Die Fans des FCB präsentierten sich somit schon zum Beginn der Saison meisterlich.

FC Zürich vs. Servette Genf 2-3

23. Juli 2011
AXPO Super League
2. Spieltag 2011 /2012
Stadion Letzigrund
Zürich – CH
9200 Zuschauer


Auf dem Papier
Nach dem ersten Spieltag der neuen Saison befinden sich sowohl der FC Zürich sowie der Aufsteiger aus Genf in der unteren Tabellenhälfte wieder. Die Gäste aus dem Südwesten der Schweiz verloren ihr Heimspiel gegen Vorjahresfünften aus Thun knapp mit 1:2. Etwas überraschend musste sich auch der Gastgeber und amtierende Vizemeister FCZ zum Auftakt mit 0:1 in Sion geschlagen geben. Die Bilanz des Aufsteigers gegen den klaren Favoriten aus Zürich ist für die Genfer äußerst vielversprechend. Mit je sieben Siegen auf beiden Seiten ist die Bilanz genau ausgeglichen, in der Liga trennten sich beide Teams nie Remis. Nichtsdestotrotz kann sich der Vizemeister nicht aus der Favoritenrolle schleichen, besitzt man doch einen viermal höheren Marktwert als der Aufsteiger.

Auf dem Rasen
Das Spiel wurde von beiden Mannschaften verhalten begonnen, wobei die Gäste aus Genf besser ins Spiel fanden. Beide Mannschaften zeigten technisch hochwertigen Fußball mit vielen Kabinettstückchen. Wenn es jedoch zu Fouls kam, konnte man die Gangart des Schiedsrichters als „englisch“ beschreiben, weshalb der Schiri später mit lediglich einer vergebenen gelben Karte (Baumann) das Spiel abpfeifen sollte. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde nun auch der Favorit stärker, der verletzungsbedingt ohne den ehemaligen Bundesligaprofi Magnin auskommen musste. Trotz jeweils einer Großchance auf beiden Seiten kurz vor dem Halbzeitpfiff ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Die erste Viertelstunde des zweiten Durchgangs gehörte dem FCZ, der jedoch etliche Großchancen teilweise kläglich vergab. Dusan Djuric machte es in der 61. Minute besser und traf mit einem sehenswerten Seitfallzieher für den Züricher Stadtclub. Nachdem die Gäste vergeblich eine Antwort suchten und zweimal knapp scheiterten, war es Mittelstürmer Mehmedi der per Kopf in der 68. Minute auf 2:0 erhöhte. Die Züricher befanden sich nun, etwas mehr als 20 Minuten vor dem Schlusspfiff, in einer mehr als komfortablen Ausgangssituation gegenüber dem Aufsteiger. Doch es folgte ein Riesencomeback des SCF. Innerhalb von sechs Minuten drehten der eingewechselte Karanovic (70., 72.) und Baumann per Kopf (76.) das Spiel zu Gunsten der Gäste. Der geschockte Vizemeister musste somit auch im zweiten Saisonspiel als Verlierer den Platz verlassen und legte einen klassischen Fehlstart hin.

Auf den Rängen
Nachdem ich ohne körperliche Einlasskontrolle meinen Sitzplatz im westlichen Teil der Südkurve eingenommen habe, füllte sich das Stadion Letzigrund nur spärlich. Lediglich 9200 Zuschauer wollten das erste Heimspiel des FCZ live miterleben. Etwa 100 Mitgereiste Fans aus Genf betraten das Stadion geschlossen ca. zehn Minuten vor Spielbeginn. Der überdimensionierte Gästeblock wirkte somit äußerst leer und schwach beflaggt. Nichtsdestotrotz zeigten die Gäste über weite Strecken einen guten Support. Die „Zürcher Südkurve“ war gut gefüllt und die aktiven Fans sangen durchgängig, auch der Einsatz von Schwenkfahnen war gut.

Nach dem 2:0 konnte man in der Südkurve einen Blinker vernehmen, die Gäste boten nach dem 3:2 Führungstreffer etwas Rauch auf. Als die Genfer noch Minuten nach Spielende ihre Stehaufmännchen feierten, nahm die Heimkurve die Niederlage überraschend sportlich. Während die Sitzenden vereinzelt die Mannschaft auspfiffen, bedankten sich die Fans auf den Stehplätzen artig mit Applaus bei ihrer Elf die mit hängenden Köpfen vor die Kurve trat. Das Stadtderby gegen die Grasshoppers sollte demnächst anstehen.

Samstag, 16. Juli 2011

FSV Frankfurt vs. 1. FC Union Berlin 1-1

15. Juli 2011
2. Bundesliga
1. Spieltag 2011 /2012
Frankf. Volksbank Stadion
Frankfurt/Main – D
4151 Zuschauer


Auf dem Papier
Der wohl früheste 2. Liga Saisonstart der Geschichte stand in Cottbus (Energie vs. Dynamo Dresden) und Frankfurt auf dem Plan. Mit dem Frankfurter FSV (13.) und dem FC Union aus Berlin (11.), standen sich im Frankfurter Volksbank Stadion zwei Teams gegenüber, die die letzte Saison im unteren Mittelfeld der 2. Liga beendeten. Beide Mannschaften standen sich bisher viermal in Liga zwei gegenüber, in allen vier Spielen gewann jeweils die Heimmannschaft. Union konnte alle Vorbereitungsspiele gewinnen und besiegte in der heimischen Alten Försterei Pogon Stettin (2. Liga Polen), Carl-Zeiss Jena und den schottischen Erstligaclub Heart of Midlothian. Etwas durchwachsener testete der FSV, der sich unter anderem mit zwei Erstligisten maß. Während man gegen den 1. FC Köln deutlich gewann, setzte es gegen den 1. FC Kaiserslautern und das Drittligateam aus Sandhausen zwei Niederlagen. Ein Duell auf Augenhöhe stand also am Bornheimer Hang bevor.

Auf dem Rasen
Das Spiel begann äußerst schleppend und sah somit lange nach Sommerfußball aus. Lediglich der Startelf-Einsatz von Union-Legende Karim Benyamina, der eigentlich verletzt fehlen sollte, sorgte für etwas Überraschung. Die erste Halbzeit kam ohne nennenswerte Torchancen aus, bis Schiedsrichter Sippel nach einem Foul von FSV-Verteidiger Schlicke an Union-Neuzugang Silvio auf den Punkt zeigte. Der gefoulte Brasilianer schnappte sich selbstsicher den Ball und setzte diesen in der 40. Spielminute sogleich in die Maschen. Ein Einstand nach Maß für den Neu-Unioner.

Mit Karim Benyamina sollte jedoch ein Alt-Unioner für Bewegung in der zweiten Halbzeit sorgen. Benyamina, der nach sechs Jahren Union vor der Saison zum FSV wechselte und seine Mannschaftskollegen kamen deutlich besser aus der Kabine. Union agierte viel zu passiv und konnte in der zweiten Halbzeit keinen Torschuss verbuchen. Zwangsläufig ergaben sich somit vermehrt Chancen für den FSV. Während Frankfurts Gueye Mitte der zweiten Halbzeit mit einem Lupfer an der Latte des Union-Gehäuses scheiterte, machte es Teamkollege und Union-Rekordtorschütze Benyamina gegen seine Ex-Kollegen besser. Nach Fillinger-Vorlage schickte er die Kugel per Volleyschuss ins Tor der Unioner. Da Pechvogel Gueye in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter kläglich über den Querbalken schob, hatte Union mehr Glück als Verstand und konnte zumindest einen Punkt mit in die Hauptstadt nehmen.

Auf den Rängen
Abermals nur spärlich gefüllt präsentierten sich die Tribünen am Bornheimer Hang. Lediglich 4.151 Zuschauer wollten sich die Partie zum Zweitligaauftakt ansehen. Die FSV-Fankurve war zwar passabel gefüllt, präsentierte sich aber wie gewohnt nicht zweitligatauglich. Der Zaun war noch ansehnlich beflaggt, in der Kurve waren jedoch nur 20 Fans und vier Schwenker in Bewegung, akustisch konnte man die Blau-Schwarzen zu keiner Zeit im Gästeblock wahrnehmen.

Aufgrund der ungünstigen Anstosszeit am frühen Freitagabend war der Gästeblock nur durchschnittlich gefüllt. Die Berliner Kurve war wie gewohnt ausgiebig beflaggt und konnte die gesamte erste Halbzeit mit durchgehendem Gesang überzeugen. Der Fahneneinsatz im Block bot noch etwas Platz nach oben, war aber ansehnlich. Zu Beginn der zweiten Halbzeit präsentierte man eine Choreografie mit zwei Spruchbändern „Summer of Love? Endlich hat das Grauen ein Ende!“ und „Auf gehts Union Kämpfen und Siegen!!!“, sowie rot-weißen Folienbahnen und dem Vereinslogo in der Choreomitte. Die Choreo war an das Vereinsmarketing gerichtet, dass den Sommerfahrplan spontan „Summer of Love“ taufte und somit für Unmut in der Fanszene sorgte. In der zweiten Halbzeit flachte der Support der Unioner ebenso wie die Leistung der Elf auf dem Platz ab. Für Außenstehende wohl unverständlich, wurde FSV-Torschütze Benyamina, der nach Abpfiff den Weg vor die Berliner Kurve fand, von den Union-Fans minutenlang gefeiert.

Groundbuch

Aus Liebe zum Spiel.

Björn Beyer - Boehn1904


ist im Ballbesitz und schreibt über Fußball, Groundhopping und den FC Schalke 04.

Bilanz

127 Spiele
81 Stadien
6 Länder

Letzter Stadionbesuch

SV Babelsberg 03 -
FC Rot-Weiss Erfurt
3:0 (0:0)

3. Liga
Karl-Liebknecht-Stadion, Potsdam
3.493 Zuschauer

Nächster Stadionbesuch

SV Altlüdersdorf -
FSV Optik Rathenow
-:- (-:-)

NOFV-Oberliga Nord
Sportzentrum, Altlüdersdorf
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