Groundhopping

Samstag, 16. Juli 2011

FSV Frankfurt vs. 1. FC Union Berlin 1-1

15. Juli 2011
2. Bundesliga
1. Spieltag 2011 /2012
Frankf. Volksbank Stadion
Frankfurt/Main – D
4151 Zuschauer


Auf dem Papier
Der wohl früheste 2. Liga Saisonstart der Geschichte stand in Cottbus (Energie vs. Dynamo Dresden) und Frankfurt auf dem Plan. Mit dem Frankfurter FSV (13.) und dem FC Union aus Berlin (11.), standen sich im Frankfurter Volksbank Stadion zwei Teams gegenüber, die die letzte Saison im unteren Mittelfeld der 2. Liga beendeten. Beide Mannschaften standen sich bisher viermal in Liga zwei gegenüber, in allen vier Spielen gewann jeweils die Heimmannschaft. Union konnte alle Vorbereitungsspiele gewinnen und besiegte in der heimischen Alten Försterei Pogon Stettin (2. Liga Polen), Carl-Zeiss Jena und den schottischen Erstligaclub Heart of Midlothian. Etwas durchwachsener testete der FSV, der sich unter anderem mit zwei Erstligisten maß. Während man gegen den 1. FC Köln deutlich gewann, setzte es gegen den 1. FC Kaiserslautern und das Drittligateam aus Sandhausen zwei Niederlagen. Ein Duell auf Augenhöhe stand also am Bornheimer Hang bevor.

Auf dem Rasen
Das Spiel begann äußerst schleppend und sah somit lange nach Sommerfußball aus. Lediglich der Startelf-Einsatz von Union-Legende Karim Benyamina, der eigentlich verletzt fehlen sollte, sorgte für etwas Überraschung. Die erste Halbzeit kam ohne nennenswerte Torchancen aus, bis Schiedsrichter Sippel nach einem Foul von FSV-Verteidiger Schlicke an Union-Neuzugang Silvio auf den Punkt zeigte. Der gefoulte Brasilianer schnappte sich selbstsicher den Ball und setzte diesen in der 40. Spielminute sogleich in die Maschen. Ein Einstand nach Maß für den Neu-Unioner.

Mit Karim Benyamina sollte jedoch ein Alt-Unioner für Bewegung in der zweiten Halbzeit sorgen. Benyamina, der nach sechs Jahren Union vor der Saison zum FSV wechselte und seine Mannschaftskollegen kamen deutlich besser aus der Kabine. Union agierte viel zu passiv und konnte in der zweiten Halbzeit keinen Torschuss verbuchen. Zwangsläufig ergaben sich somit vermehrt Chancen für den FSV. Während Frankfurts Gueye Mitte der zweiten Halbzeit mit einem Lupfer an der Latte des Union-Gehäuses scheiterte, machte es Teamkollege und Union-Rekordtorschütze Benyamina gegen seine Ex-Kollegen besser. Nach Fillinger-Vorlage schickte er die Kugel per Volleyschuss ins Tor der Unioner. Da Pechvogel Gueye in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter kläglich über den Querbalken schob, hatte Union mehr Glück als Verstand und konnte zumindest einen Punkt mit in die Hauptstadt nehmen.

Auf den Rängen
Abermals nur spärlich gefüllt präsentierten sich die Tribünen am Bornheimer Hang. Lediglich 4.151 Zuschauer wollten sich die Partie zum Zweitligaauftakt ansehen. Die FSV-Fankurve war zwar passabel gefüllt, präsentierte sich aber wie gewohnt nicht zweitligatauglich. Der Zaun war noch ansehnlich beflaggt, in der Kurve waren jedoch nur 20 Fans und vier Schwenker in Bewegung, akustisch konnte man die Blau-Schwarzen zu keiner Zeit im Gästeblock wahrnehmen.

Aufgrund der ungünstigen Anstosszeit am frühen Freitagabend war der Gästeblock nur durchschnittlich gefüllt. Die Berliner Kurve war wie gewohnt ausgiebig beflaggt und konnte die gesamte erste Halbzeit mit durchgehendem Gesang überzeugen. Der Fahneneinsatz im Block bot noch etwas Platz nach oben, war aber ansehnlich. Zu Beginn der zweiten Halbzeit präsentierte man eine Choreografie mit zwei Spruchbändern „Summer of Love? Endlich hat das Grauen ein Ende!“ und „Auf gehts Union Kämpfen und Siegen!!!“, sowie rot-weißen Folienbahnen und dem Vereinslogo in der Choreomitte. Die Choreo war an das Vereinsmarketing gerichtet, dass den Sommerfahrplan spontan „Summer of Love“ taufte und somit für Unmut in der Fanszene sorgte. In der zweiten Halbzeit flachte der Support der Unioner ebenso wie die Leistung der Elf auf dem Platz ab. Für Außenstehende wohl unverständlich, wurde FSV-Torschütze Benyamina, der nach Abpfiff den Weg vor die Berliner Kurve fand, von den Union-Fans minutenlang gefeiert.

Groundbuch

Aus Liebe zum Spiel.

Björn Beyer - Boehn1904


ist im Ballbesitz und schreibt über Fußball, Groundhopping und den FC Schalke 04.

Bilanz

127 Spiele
81 Stadien
6 Länder

Letzter Stadionbesuch

SV Babelsberg 03 -
FC Rot-Weiss Erfurt
3:0 (0:0)

3. Liga
Karl-Liebknecht-Stadion, Potsdam
3.493 Zuschauer

Nächster Stadionbesuch

SV Altlüdersdorf -
FSV Optik Rathenow
-:- (-:-)

NOFV-Oberliga Nord
Sportzentrum, Altlüdersdorf
---- Zuschauer

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